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Natur statt Plastik: Nachhaltigkeit auch beim Weihnachtsbaum

So erkennen Verbraucher einen nachhaltigen Weihnachtsbaum aus PEFC-zertifizierten Kulturen: Am roten PEFC-Etikett

Stuttgart, 18.11.2019: An Heiligabend gehört er in unseren Wohnzimmern fast schon zur Familie: der Weihnachtsbaum. Und alle Jahre wieder machen sich viele Menschen Gedanken darum, woher der perfekte Weihnachtsbaum kommen soll. Das Argument „Nachhaltigkeit“ rückt dabei für viele Verbraucher auch beim Weihnachtsbaum in den Fokus, nicht zuletzt aufgrund der Diskussionen um den Klimawandel und seine Auswirkungen.

Während sich der Großteil der Deutschen für eine Nordmanntanne aus dem Wald oder aus einer Weihnachtsbaumkultur entscheidet, werden seit einigen Jahren auch Bäume aus Plastik angeboten. Manche Verbraucher sehen in der Wiederverwendbarkeit und der genormten Form der Kunststofftannen Vorteile, allerdings gehen diese zu Lasten der Umwelt. „Studien zeigen, dass künstliche Tannen – je nach Herstellung und Produktionsland – 17 bis 20 Jahre verwendet werden müssten, bis sie sich ökologisch amortisiert haben. Jedoch setzen sie über die Jahre Staub an und verblassen farblich, sodass sie somit viel schneller auf dem Müll landen dürften“, gibt Prof. Dr. Andreas W. Bitter, Vorsitzender der Waldschutzorganisation PEFC Deutschland, zu bedenken. „Natürlich gewachsene Weihnachtsbäume aus der Region haben deshalb nicht nur eine bessere Ökobilanz, sondern sind auch nachhaltiger als Plastiktannen.“ Echte Weihnachtsbäume besitzen noch weitere Vorteile. In den acht bis zwölf Jahren, in dem der Baum wächst, speichert er bereits große Mengen an klimaschädlichem CO2. Bei der Produktion eines künstlichen Baumes dagegen entsteht CO2.

Für viele Familien zählt das gemeinsame Aussuchen, Schlagen und das Schmücken des Weihnachtsbaumes außerdem zu einem beliebten und festen Weihnachtsritual. Auf den wohlriechenden Duft echter Nadeln möchten viele Bundesbürger ebenfalls nicht verzichten.

Darauf sollten Verbraucher beim Kauf des Weihnachtsbaumes achten

Um das Klima zusätzlich zu schonen, sollten Verbraucher ihren Weihnachtsbaum so regional wie möglich kaufen, z.B. direkt beim Förster oder auf dem Hof eines Erzeugers. Dies spart lange Transportwege und Treibstoffemissionen. Außerdem hilft der Einkauf vor Ort den Waldbesitzern in der Region. Durch die Erlöse können sie Neupflanzungen vornehmen und damit den Dürreschäden der letzten Sommer begegnen. Apropos: Trotz Trockenheit und Borkenkäferbefall stehen auch in diesem Jahr wieder genügend Weihnachtsbäume aus heimischer Erzeugung zur Verfügung. Die meisten Bäume, die in diesem Jahr geerntet werden, sind acht Jahre und älter und haben dank ihrer gut ausgebildeten Wurzeln den trockenen Sommer gut überstanden. Sie wachsen zudem auf eigenen, besonders umsorgten Flächen, die extra für die Weihnachtssaison angelegt wurden.

Egal, ob man seinen Baum am Waldrand, am Weihnachtsbaumstand oder im Gartencenter kauft, der Baum sollte immer aus einer nachhaltigen Erzeugung stammen. Verbraucher erkennen dies z.B. am PEFC-Siegel. Anders als auf herkömmlichen Weihnachtsbaumplantagen wird in PEFC-zertifizierten Kulturen beispielsweise der Einsatz von Düngemitteln und Herbiziden weitestgehend reduziert.

Weihnachtsbäume im Topf sind zwar eine schöne Idee, in der Praxis jedoch kaum empfehlenswert. Die Erfahrung zeigt, dass viele Bäume den Wechsel vom Topf in den Boden nach Weihnachten nicht bzw. nicht ohne Schäden überleben. Wer den Versuch dennoch wagen möchte, sollte einen Baum kaufen, der bereits im Topf gezüchtet wurde und sicherstellen, dass die Pfahlwurzel nicht verletzt ist.

Fazit: Es gibt aus der Sicht von Nachhaltigkeitsexperten keinen Grund, auf Kunststoff- oder Topfbäume auszuweichen. Auf das echte Naturerlebnis „Tannenbaum“ muss auch in diesem Jahr niemand verzichten.