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Staatssekretärin Klöckner für nachhaltige Waldbewirtschaftung

Altenkirchen, 23.09.2010. Julia Klöckner, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesverbrau-cherschutzministerium (BMELV), informierte sich am Donnerstag über die Herausforderungen und Möglichkeiten einer PEFC-zertifizierten und damit nachhaltigen Bewirtschaftung der Wälder. Im Kreis Altenkirchen / Westerwald verfolgte sie vor Ort eine PEFC-Kontrolle im Wald der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Altenkirchen.

Begleitet wurde Frau Klöckner u.a. von der Staatssekretärin im rheinland-pfälzischen Forstministerium (MFUV) Jacqueline Kraege, vom Stellv. Vorsitzenden von PEFC Deutschland e.V., Prof. Dr. Hans Köpp, und dem Vorsitzenden des Waldbauvereins Altenkirchen, Friedrich Freiherr von Hövel.

„Mit der Zertifizierung unserer Wälder senden wir ein klares Signal für die große Bedeutung einer umweltgerechten, sozialverträglichen und ökonomisch tragfähigen Waldbewirtschaftung in Rheinland-Pfalz, in Deutschland, Europa und der Welt aus“, sagte Klöckner den anwesenden Waldbesitzern, Politikern und Journalisten bei der Begrüßung im Wald der Haubergsgenossenschaft Mudersbach. Dies konnte auch Frau Kraege unterstreichen, schließlich ist der gesamte rheinland-pfälzische Staatswald seit 2000 PEFC-zertifiziert: „Die PEFC-Zertifizierung hat sich bei uns in Rheinland-Pfalz in den vergangenen 10 Jahren bewährt. Wir arbeiten daher schon an einem neuen regionalen Waldbericht, um unsere Wälder auch die nächsten fünf Jahre nach PEFC zertifizieren zu lassen.“ Die Politiker informierten sich aus erster Hand über das Waldzertifizierungssystem PEFC, dabei machte Frau Klöckner deutlich, dass ihr eine breite gesellschaftliche Anerkennung des Herkunftszeichens PEFC, das sich mittlerweile auf vielen Holz- und Papierprodukten im Handel befindet, am Herzen liegt. „Es muss uns gelingen, sowohl der Anbieter- als auch der Verbraucherseite die Bedeutung von der Zertifizierung für Nachhaltigkeit und Legalität des Handelns und Handels zu überzeugen. Nur wenn zertifizierte Holz- und Papierprodukte nachgefragt werden, wird sich der Mehraufwand, der durch die anspruchsvollen Zertifizierungsauflagen für den Waldbesitzer entsteht, auch lohnen.“

Prof. Köpp erläuterte den Teilnehmern, warum es richtig ist, dass der Bund als einer der größten Abnehmer deutscher Holzprodukte dem PEFC-System und den rund 200.000 zertifizierten Waldbesitzern und mehr als 1.450 Unternehmen in der Kette vom Wald bis zum Endprodukt Vertrauen schenkt. Der Bund hatte sich bereits 2007 selbst die Bedingung auferlegt, nur noch zertifiziertes Holz zu erwerben. Dazu Julia Klöckner: „Die Beschaffungsregeln des Bundes zeigen, dass wir uns der Verantwortung bei der Verwendung von Holz stellen und mit gutem Beispiel vorangehen.“ Und mit Blick auf die anstehende Erneuerung der Regelung ergänzte sie: „Eine durch das Bundesamt für Naturschutz und das Johann Heinrich von Thünen-Institut vorgenommene Überprüfung der Zertifizierungssysteme zeigt, dass sich PEFC im Rahmen seines Revisionsprozesses erneut positiv weiterentwickelt hat und die hohen Anforderungen der Bundesregierung bei der Beschaffung von Holzprodukten mehr als erfüllt.

Beispiel Altenkirchen: So funktioniert WaldzertifizierungFriedrich Freiherr von Hövel legte dar, warum sich auch die Waldbesitzer in Altenkirchen PEFC angeschlossen haben und sich freiwillig strenge Regeln bei der Bewirtschaftung ihrer Wälder auferlegen: „Wir stehen voll hinter PEFC, weil wir so unsere Leistungen für Nachhaltigkeit im Wald transparent machen können. Zudem fragen immer mehr Holz verarbeitende Unternehmen nach dem Zertifikat.“ Die Waldbesitzer der FBG Altenkirchen stellten sich daher gerne den kritischen Fragen des Waldsachverständigen der unabhängigen Zertifizierungsgesellschaft LGA Intercert, Forstassessor Raimund Kaltenmorgen. Anhand einer umfangreichen und detaillierten Checkliste überprüft Raimund Kaltenmorgen sorgfältig die Waldbewirtschaftung im Hinblick auf die Übereinstimmung mit den Anforderungen von PEFC. Dabei schaut er unter anderem nach unerlaubten Kahlschlägen oder Pestizideinsätzen, prüft die Befahrungsspuren auf Maschinenwegen und macht sich ein Bild davon, ob ausreichend Biotopholz im Wald verbleibt und damit genug Nahrung und Lebensraum für viele Insekten- und Vogelarten vorhanden ist. Die Altenkirchener Waldbesitzer mussten sich gestern keine Sorgen machen, der Auditor konnte nur vier geringfügige Abweichungen von den PEFC-Standards feststellen, die keine Auswirkungen auf den Zertifizierungsstatus der FBG haben. Dies honorierte auch Staatssekretärin Klöckner: „Standards und Kontrollen sind zwei wichtige Instrumente für eine nachhaltige Waldwirtschaft. Dass bei PEFC beides funktioniert und ineinandergreift, davon konnte ich mir heute ein gutes Bild machen“

Mit dem erfolgreichen Audit ist die FBG berechtigt, das PEFC-Logo weiterhin zu verwenden – auf Schildern im Wald sowie für ihr garantiert nachhaltig produziertes Holz.
 

Kontakt :Philipp Bahnmüller
PEFC Deutschland e.V.
Tel.: 0711 24861820
bahnmueller@pefc.de

 

Kostenfreies Fotomaterial des Kontrollaudits mit PSt Julia Klöckner finden Sie in unserer Fotogalerie zum download bereit.

 

DAS VERBIRGT SICH HINTER DEM PEFC-ZEICHEN:Waldschutz durch nachhaltige Waldwirtschaft
Nachhaltige Waldwirtschaft bedeutet die Pflege und Nutzung der Wälder in einer Weise und in einem Ausmaß, dass ihre biologische Vielfalt, ihr (Holz-)Zuwachs, ihre Regenerationsfähigkeit und ihre Gesundheit erhalten bleiben. Dadurch wird sichergestellt, dass unsere Wälder auch in Zukunft ihre wichtigen ökologischen, ökonomischen und sozialen Funktionen auf der örtlichen, nationalen und globalen Ebene erfüllen können – ohne dabei anderen Ökosystemen Schaden zuzufügen.


PEFC – gemeinnützig engagiert seit mehr als zehn Jahren
35 nationale PEFC-Gremien aus allen fünf Kontinenten und eine streng kontrollierte Waldfläche von 221 Mio. Hektar machen PEFC zum weltweit größten forstlichen Öko-Siegel. Es zielt darauf ab, eine nachhaltige Waldbewirtschaftung zu etablieren und damit die Waldökosysteme für nachfolgende Generationen erfolgreich zu sichern. Seit der Gründung von PEFC Deutschland im Jahr 1999 konnten mit mehr als 7,3 Mio. Hektar rund zwei Drittel der deutschen Waldfläche zertifiziert werden. Die wichtigsten Standards lauten: Mischbeständen aus standortgerechten Baumarten werden aufgebaut; Kahlschläge sind verboten; Pflanzenschutzmittel werden vermieden. Unabhängige Zertifizierungsgesellschaften kontrollieren die Einhaltung dieser Vorschriften regelmäßig.