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Mitgliederversammlung PEFC Deutschland

 

Stuttgart, 11.07.2011. Die diesjährige Mitgliederversammlung von PEFC Deutschland e. V. am 05.07.2011 in der „PEFC-Waldhauptstadt“ Augsburg widmete sich in diesem Jahr mit einem Schwerpunkt den politischen und kommunikativen Herausforderungen, die auf PEFC Deutschland in den nächsten Jahren zukommen. Etwa 70 Vertreter aus dem Cluster Forst und Holz sowie Politik, Verbänden und weiteren Interessengruppen konnten sich auf der Versammlung über die Weiterentwicklungen bei PEFC informieren.

Der Vorsitzende von PEFC Deutschland, Frank v. Römer, wies in seiner Eröffnungsrede auf die Besonderheit des Tagungsortes Augsburg hin. PEFC Deutschland hatte die Stadt bereits im März 2011 aufgrund ihrer besonderen Verdienste um eine nachhaltige Waldbewirtschaftung zur „PEFC-Waldhauptstadt“ gekürt. Zugleich gab er bekannt, dass aufgrund des großen Erfolgs und des medialen Echos der Wettbewerb im nächsten Jahr fortgeführt wird.

Frank v. Römer drückte zudem seine Freude über die positiven Entwicklungen von PEFC Deutschland auf bundespolitischer Ebene aus: So sei die Anerkennung des PEFC-Siegels in der neu aufgelegten Bundesbeschaffungsrichtlinie für Holz und Holzprodukte sowie im Kriterienkatalog Nachhaltiges Bauen als ein glaubwürdiger Nachweis für eine nachhaltige und legale Herkunft des Holzes für PEFC ein wichtiger Schritt. Denn die Anerkennung zeige, „dass PEFC auch in der Wahrnehmung des Bundes für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung steht“.

Ebenso betonte er jedoch die Wichtigkeit der anspruchsvollen Aufgabe, die Mitglieder und Stakeholder von PEFC Deutschland weiter zu einer positiven Grundhaltung zum System zu motivieren. Denn die neuen Herausforderungen für PEFC, wie etwa die Koalitionsvereinbarungen der baden-württembergischen und rheinland-pfälzischen Regierungen zur Zertifizierung der Staatswälder oder der Anspruch, die Bekanntheit des PEFC-Siegels beim Endverbraucher zu steigern, seien „nur mit einer breiten Unterstützung derjenigen, die das System PEFC tragen, zu bewältigen“.

Frank v. Römer hob darüber hinaus die Entwicklungen von PEFC im Bereich der Waldstandards sowie der Chain-of-Custody hervor: „PEFC ist das erste Waldzertifizierungssystem, das soziale Standards nicht nur für die Waldbewirtschaftung, sondern auch für die Unternehmen der Produktkette setzt – damit hat PEFC eine Vorreiterrolle übernommen!“

Mehrere neue Mitglieder wurden von der Mitgliederversammlung aufgenommen. So wird Dr. Denny Ohnesorge die Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher sowie den Bundesverband der Säge- und Holzindustrie Deutschland (BSHD) bei PEFC vertreten. Die AGR ist damit erstmalig Mitglied bei PEFC Deutschland. Des Weiteren wurde Franz-Josef Risse als Nachfolger von Hans von der Goltz von der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft aufgenommen. Damit genießt PEFC Deutschland mittlerweile als einziges Waldzertifizierungssystem das Vertrauen der ANW. Als förderndes Mitglied von PEFC Deutschland e.V. – ohne Sitz im DFZR (Deutscher Forst-Zertifizierungsrat) – wurde die Holzring GmbH, vertreten durch Hans Roehrs und Olaf Rützel, aufgenommen. Der neue Zertifizierungsrat, der im Rahmen der Mitgliederversammlung zusammenkam, bestätigte zudem den alten Vorstand mit Frank v. Römer sowie Prof. Dr. Hans Köpp für weitere drei Jahre in seinem Amt.

Matthias Schwörer, Referatsleiter „Internationale Waldpolitik“ des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, hob in seinem Vortrag zur Beschaffungspolitik sowie zur Waldstrategie des Bundes hervor, dass „PEFC immer von großer Bedeutung für das BMELV war und ist“.

Ferner beklagte Schwörer, dass es 1992 bei der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro zu keiner Einigung über eine internationale Waldstrategie gekommen war, sondern lediglich verbindliche Abkommen zur Biodiversität und zum Klimaschutz existieren: „Wenn es eine Konvention gäbe, hätten wir heute viele Probleme nicht“. Schwörer ging weiterhin auf die Waldstrategie 2020 ein, die demnächst im Bundeskabinett verabschiedet wird. Die Waldstrategie 2020 wird laut Schwörer die grundsätzliche Förderung von Waldzertifizierung herausstellen und dabei PEFC und FSC gleichrangig berücksichtigen. Der Bund will zudem bei Ländern, Kommunen sowie anderen Mitgliedsstaaten der EU dafür werben, dass auch dort ähnliche Beschaffungsrichtlinien für Holz und Holzprodukte entstehen, die zertifizierte Produkte berücksichtigen.

Zuletzt ging Schwörer auf die Holzhandelsverordnung der EU ein, in der die Bundesregierung das Ziel verfolgt, der Zertifizierung von Wäldern eine große Bedeutung einzuräumen. Schwörer sieht hier ein großes Betätigungsfeld der Zertifizierungsorganisationen, jedoch sei die Rolle, die PEFC und FSC spielen werden, noch offen.

Thorsten Arndt, Head of Communications bei PEFC International, stellte in seinem Referat die Weiterentwicklung von PEFC auf globaler Ebene vor und verwies dabei auch auf inter¬nationale Studien wie etwa jene von ITS Global, in denen PEFC jeweils besser als FSC bewertet wird. Auch bei den Kriterien der Beschaffungsstellen der Niederlande (TPAC) und Großbritannien (CPET) erreicht die PEFC-Zertifizierung mittlerweile durch die überarbeiteten Standards auf internationaler Ebene einen höheren Erfüllungsgrad. Zuletzt zeigt sich im WWF FCAG Assessment, welches auf Kriterien basiert, die WWF in Zusammenarbeit mit der Weltbank entwickelt hat, dass PEFC auch hier bei Kriterium 2 (economic, ecological and equity dimensions of forest manage¬ment)[nbsp] mit dem neuen Standard alle zugrunde gelegten Kriterien erfüllt, was bei FSC nicht der Fall ist.

Thorsten Arndt präsentierte ferner die Rio Forest Certification Declaration, die Regierungen und andere Entscheidungsträger dazu auffordert, ihrer Verantwortung für den Schutz der Wälder der Welt gerecht zu werden. Die Rio Forest Certification Declaration geht auf eine Initiative von PEFC[nbsp] zurück und wird mit allen Unterschriften auf dem RIO+20-Gipfel im Jahr 2012 präsentiert werden.

PEFC-Pressereferentin Catrin Fetz sowie Horst Mück, Geschäftsführer der Werbeagentur DIE INSEL, stellten zum Abschluss der Veranstaltung in ihrem Vortrag die geplanten Kommunikationsmaßnahmen für PEFC vor und erläuterten insbesondere die Fortschritte in der neuen PEFC-Endverbraucherkampagne, die mit neuen Kommunikationsmitteln die Bekanntheit von PEFC beim Endkonsumenten sukzessive erhöhen soll. Catrin Fetz betonte dabei die Wichtigkeit, zwar gleichzeitig Endverbrauchern das PEFC-Siegel nahezubringen und somit für eine erhöhte Nachfrage nach PEFC-zertifizierten Produkten zu sorgen, jedoch die Ansprache der internen Zielgruppe, insbesondere der Waldbesitzer und der zertifizierten Unternehmen, mit dem gleichen Engagement voranzutreiben: „Diesem anspruchsvollen Spagat wollen wir uns stellen“.


Weiterführende Links:
ITS-Global-Studie: http://www.itsglobal.net/sites/default/files/itsglobal/Forestry%20Certification-Sustainability%20Governance%20and%20Risk%20%282011%29.pdf
TPAC: http://www.tpac.smk.nl/
CPET: http://www.cpet.org.uk/
Rio Forest Certification Declaration: http://www.rioforestcertificationdeclaration.org/en/index.php

PEFC
PEFC ist die größte Institution zur Sicherstellung und Vermarktung nachhaltiger Waldbewirtschaftung durch ein unabhängiges Zertifizierungssystem. Holz und Holzprodukte mit dem PEFC-Siegel stammen nachweislich aus ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltiger Forstwirtschaft.

PEFC Deutschland e.V. wurde 1999 gegründet und übernimmt in Deutschland die Aufgaben hinsichtlich der Entwicklung und Entscheidungen der Standards und Verfahren der Zertifizierung, die Bereitstellung und Verbreitung von Informationen sowie die Verwaltung der Rechte am PEFC-Logo für Deutschland. Mit 7,3 Millionen Hektar zertifizierter Waldfläche, das sind rund zwei Drittel der deutschen Wälder, ist PEFC auch in Deutschland die größte unabhängige Institution für die Sicherung nachhaltiger Waldbewirtschaftung und die bedeutendste Waldschutzorganisation.

Kontakt:
Catrin Fetz
PEFC Deutschland e.V.
Danneckerstraße 37
70182 Stuttgart
Tel.: 0711 24861820
fetz@pefc.de
www.pefc.de

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