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Frage der Woche: Der plastikfreie Wald

Bei den KWF-Thementagen in Jessen wurden im Frühjahr 2022 Prototypen der Wuchshüllen aus nachwachsenden Rohstoffen des Forschungsprojekt „TheForestCleanup“ präsentiert

Frage: Der PEFC-Standard in der Version 2020 schreibt vor, dass Plastik bzw. Kunststoff im Wald vermieden werden soll. Aus meiner Sicht betrifft dies vor allem Einzel- und Verbissschutz in Form von Wuchshüllen. Welche Alternativen zu Kunststoffhüllen sind derzeit am Markt verfügbar, die mit dem PEFC-Standard konform sind?

Antwort: Um Rückstände von Mikroplastik im Wald zu vermeiden, sollen Waldbesitzende laut PEFC-Waldstandard alte kunststoffbasierte Materialien aus den Wäldern nach Gebrauch entfernen und fachgerecht entsorgen. Zudem sollen sie bei ihren waldbaulichen Maßnahmen bereits auf die Einbringung von erdölbasierten Kunststoffmaterialien möglichst verzichten. „Soweit am Markt verfügbar und wirtschaftlich vertretbar“ sollen Waldbesitzende und Forstleute dabei auf Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen setzen.

Dies betrifft nicht alleine Wuchshüllen, auch Fege-/Verbiss-/Schälschutz sowie Markierungsbänder, Netze und andere vergleichbare forstlich genutzte Materialien (aus erdölbasiertem Material) fallen unter diese Definition.

Bei allen genannten Materialien tragen Witterungsverhältnisse (z.B. Sonneneinstrahlung, Temperatur, etc.) dazu bei, dass das Material spröde wird, abblättert und so als Mikroplastik im Wald verbleibt. Tritt dies auf, wird auch die vom PEFC-Standard geforderte Entsorgung der Materialien erschwert oder unmöglich.

Seit einigen Jahren beschäftigen sich Forschungsprojekte und auch erste Anbieter von forst- und landwirtschaftlich genutzten Materialien mit Alternativen zu bisherigen erdölbasierten Kunststoffmaterialien. Die Herausforderung in der Entwicklung dieser Alternativen besteht darin, ökologische Vorteile mit wirtschaftlichen und funktionalen Aspekten zu verknüpfen. Viele Anbieter befinden sich daher derzeit noch in einer Entwicklungs- und Optimierungsphase.

Im Folgenden geben wir einen Überblick über die derzeitige Forschungs- und Anbieterlage.

1. Allgemeine Hintergrundinformationen zu Alternativen:

Einen generellen Überblick über die Thematik „Plastik im Wald“ sowie einige erste Beispiele für am Markt erhältliche Alternativen geben folgende Beiträge:

2. Konkrete Alternativmöglichkeiten, die derzeit am Markt erhältlich sind:

Die folgende Liste zeigt Beispiele von Anbietern bzw. Möglichkeiten, wie Verbissschutz aus nicht-erdölbasierten Materialien derzeit im Forstbetrieb eingesetzt werden können. Sie ist nicht als abschließende Aufzählung zu verstehen* und ebenfalls nicht mit einer Kaufempfehlung seitens PEFC Deutschland gleichzusetzen. Vielmehr soll sie Waldbesitzende bei der Recherche nach Alternativmöglichkeiten unterstützen:

Derzeit wird unter der Beteiligung von Forstleuten, Wuchshüllen-Herstellern, Materialentwicklern und Prüflaboren eine sog. DIN-SPEC Norm erarbeitet, welche Anforderungen und Prüfungen für biobasierte und biologisch abbaubare Wuchshüllen definiert. Mit der Norm soll später auf einen Blick erkennbar sein: Ist die Wuchshülle nach „DIN SPEC xxx“ produziert/zertifiziert, besteht aus umweltökologischen Gründen keine Notwendigkeit des Rückbaus.


*Redaktionelle Vorschläge zu weiteren passenden Alternativen können Sie gerne an info@pefc.de schicken.