Startseite Seite drucken BioWild-Projekt: Wald und Wild in Einklang bringen

BioWild-Projekt: Wald und Wild in Einklang bringen

Befinden sich Wald und Wild in einer Balance? Dieser Frage geht seit nunmehr einem Jahr das Projekt „Biodiversität und Schalenwildmanagement in Wirtschaftswäldern“ nach. Bei diesem bundesweiten und auf sechs Jahre angelegten Projekt handelt es sich um eine Kooperation zwischen der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft sowie den Universitäten in Dresden, Göttingen und München, das von PEFC Deutschland seit Projektbeginn finanziell unterstützt wird.

Auf etwa 25.000 Hektar Wald findet mit Hilfe von 248 Weisergattern und ebenso vielen ungezäunten Vergleichsflächen ein Vegetationsmonitoring in den fünf Projektregionen Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Sachsen-Anhalt und Thüringen statt. Das Projektbudget umfasst ca. 2,5 Mio. € und wird mit rund 1,9 Mio. € über das Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert.

Die Frage nach dem richtigen Umgang mit der Wald-Wild-Thematik stellen sich immer öfter Waldbesitzer und Jagdausübungsberechtigte. Gerade auch in den PEFC-Audits ist die Entmischung der Naturverjüngung durch Schalenwild ein immer bedeutenderes Thema.

Genau hier setzt das BioWild-Projekt an, da der Zustand der krautigen und holzigen Vegetation inner- und außerhalb von Weisergattern (hierbei handelt es sich um gezäunte Flächen mit einer Größe von 12 x 12 m) dargestellt wird und die ökologischen sowie ökonomischen Konsequenzen aufzeigt werden. Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer können auf dieser Grundlage entscheiden, wohin sie den Wald in Zukunft entwickeln möchten.

Im Rahmen des Projektes werden erstmals deutschlandweit gezäunte und ungezäunte Vergleichsflächen einheitlich wissenschaftlich erfasst und bewertet. Alle BioWild-Weisergatter befinden sich in den in der Bundesrepublik am weitesten verbreitetsten Waldgesellschaften und decken einen breiten Gradienten u.a. hinsichtlich der Nährstoffversorgung sowie klimatischer Faktoren ab.

Bei den jährlich durchgeführten Vegetationsaufnahmen wird der Wildverbiss erfasst. Am Zustand der Vegetation innerhalb bzw. außerhalb der Weisergatter kann später zusammen mit den Informationen zu den Jagdstrategien sowie mit den erfassten Wild- und Jagdstreckenparametern die Wald-Wild-Situation bewertet werden. Mit den im Feld erhobenen Daten werden Vegetations-, Wildschadens- und Waldwachstumsmodellierungen durchgeführt, an Hand derer die mittel- und langfristigen ökologischen und ökonomischen Konsequenzen der jeweiligen Jagdausübung für deutschlandweit bedeutende Waldökosysteme sichtbar werden.

Weitere Informationen zum BioWild-Projektstand, zu Veranstaltungen und Veröffentlichungen erhalten Sie unter www.biowildprojekt.de bzw. durch Herrn Schneider unter:

ANW Deutschland e.V.
Projektbüro BioWild
Wormbacher Straße 1
57392 Schmallenberg
Telefon: 029 72 / 98 49 379

Autoren: Stefan Schneider und Hans von der Goltz

Bild: Ein bereits seit einigen Jahren bestehendes Weisergatter in einem Naturwaldreservat in Rheinland-Pfalz: Nur innerhalb des Zauns konnten sich Bäume auf einer Freifläche gegen das Schalenwild durchsetzen.
(c): Dr. Michaela Dölle