Startseite Seite drucken Christoph Rullmann, Schutzgemeinschaft Deutscher Wald

Christoph Rullmann, Schutzgemeinschaft Deutscher Wald

Wald ist für mich etwas Besonderes - jeden Tag fasziniert er mich aufs Neue. Schon als Kinder sind wir immer zum Spielen in den Wald gegangen. Haben Hütten aus Holz gebaut und uns als Abenteurer gefühlt. Ich bin in einem kleinen Dorf in Hessen aufgewachsen, mein Opa war dort Förster. Der Wald war für mich also schon immer Teil meines Lebens.

Die Waldnutzung und -bewirtschaftung hat sich geändert - durchaus zum Positiven

Bei meiner Arbeit für die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald ist der Wald ebenfalls immer wieder neu und faszinierend für mich. Auch wenn ich derzeit nur noch selten selbst in den Wald komme, so ist er doch als Thema immer präsent. Jeden Tag dreht sich meine Arbeit um den Schutz des Waldes und um seine nachhaltige Bewirtschaftung. Hier hat sich im Vergleich zu meiner Kindheit viel getan: Sahen die Wälder damals noch wie aufgeräumt und gefegt aus, ist das heute anders. Totholz liegt im Wald, auch Äste und Stammabschnitte, die nicht verwertet werden. Meine Mutter würde sagen:  „Früher sah es im Wald ordentlicher aus“. Aber ich finde, dass heute eine richtige Entwicklung eingesetzt hat: Wir brauchen mehr natürliche Abläufe im Wald. Mehr Unordnung, weniger Gleichförmigkeit, mehr Nischen für unsere Tiere und Pflanzen.

PEFC kann helfen, gute Waldbewirtschaftung voranzutreiben

Darum finde ich es wichtig, dass wir als Naturschutzverband uns bei PEFC engagieren. PEFC ist fast flächendeckend präsent in Deutschlands Wäldern. Wenn wir es hier im Aushandlungsprozess mit den Waldbesitzern und anderen Akteuren schaffen, bei der Waldbewirtschaftung die Ökologie weiter in den Vordergrund zu rücken, dann können wir in der Summe viel für den Wald erreichen. Das ist ein schwieriger Prozess, aber ich bin zuversichtlich, dass wir hier in Zukunft erfolgreich sein werden. Und gerade jetzt ist es wichtig, sich bei diesem Thema zu engagieren. Betrachten wir die zunehmende Mechanisierung im Wald und die große Nachfrage nach Holz, so geraten viele der Strukturen (Kronenholz, Wurzelstöcke, unverkäufliche Abschnitte), die bisher als unrentabel im Wald zurückblieben, wieder in den Fokus und die dadurch in den letzten Jahren gewonnene Strukturvielfallt droht wieder wegzufallen. PEFC kann hier ein wichtiges Hilfsmittel sein, dies zu verhindern.

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