Startseite Regionale Neuigkeiten Seite drucken Zertifizierung bestätigt nachhaltige Waldbewirtschaftung im Gemeindewald Jossgrund

Zertifizierung bestätigt nachhaltige Waldbewirtschaftung im Gemeindewald Jossgrund

M. Kempkes (PEFC); W. Brandt (Revierleiter); C. Münch (Forstamtsleiter)

„Nur eine nachhaltige Bewirtschaftung stellt sicher, dass das Ökosystem Wald auch noch für nachfolgende Generationen als Schutz-, Nutz- und Erholungsraum zur Verfügung steht“, macht Wolfgang Brandt, Leiter des Reviers Pfaffenhausen, auf die nachhaltige Bewirtschaftung des durch HessenForst betreuten Waldes der Gemeinde Jossgrund aufmerksam, denn die Gemeinde Jossgrund ist bereits seit 2004 PEFC-zertifiziert.

Ziel von Brandt ist die Erhaltung eines intakten, multifunktionalen Waldes, der wirtschaftlich genutzt werden kann, gleichzeitig aber auch seine wichtigen ökologischen Funktionen erhält. Darüber hinaus soll er den Menschen Raum und Gelegenheit zur Erholung bieten und für nachfolgende Generationen erhalten bleiben. Durch die PEFC-Zertifizierung kann die Gemeinde Jossgrund diese Art der Bewirtschaftung transparent darstellen.

„Die Bewirtschaftung der Wälder muss ohne Frage an strengen Kriterien ausgerichtet werden“, meint Christian Münch, neuer Leiter des Forstamtes Jossgrund, und verweist auf die Richtlinien von PEFC, wie etwa:

•    Kahlschläge sind grundsätzlich zu unterlassen
•    Anstelle von Monokulturen werden Mischbestände aus standortgerechten Baumarten gefördert
•    Pflanzenschutzmittel sind nur das wirklich letzte Mittel zur Rettung des Bestandes
•    Forstmaschinen müssen ausgewiesene Gassen nutzen, um die Verdichtung des Bodens so gering wie möglich zu halten
•    Maschinen dürfen im Wald nur mit Bio-Öl betrieben werden
•    Auch Dienstleister müssen über ein anerkanntes Zertifikat verfügen
•    „Totholz“ steigert die Artenvielfalt und dient als Lebensraum
•    Wildbestände sind zur Sicherung der Waldverjüngung anzupassen
•    Düngung darf nicht zur Ertragssteigerung eingesetzt werden
•    Der Wald bleibt frei von gentechnisch veränderten Organismen

Vor-Ort-Überprüfungen dienen dazu, die Einhaltung dieser und weiterer Standardpunkte zu gewährleisten. Wenn die Bewirtschaftung „nachhaltig“ erfolgen soll, so bedeutet dies, dass „nicht mehr Holz eingeschlagen wird als nachwächst, dass der Baumbestand verjüngt und die natürliche Artengemeinschaft im Wald gefördert wird, indem zum Beispiel auch abgestorbene Bäume im Wald belassen werden“, so PEFC-Regionalassistent Martin Kempkes.

Von der regelkonformen Bewirtschaftung des Gemeindewaldes Jossgrund überzeugte sich der PEFC-Regionalassistent am 05.05.2020 vor Ort im Rahmen des internen Monitoringprogramms 2020 der Regionalen PEFC-Arbeitsgruppe Hessen. Gemeinsam mit den verantwortlichen Vertretern des hessischen Forstamtes Jossgrund bereiste er den Forstbetrieb der Gemeinde und konnte sich so ein detailliertes Bild von der gelebten forstlichen Praxis machen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Am Ende des Besuches wurden keine Abweichungen von den PEFC-Standards für nachhaltige Waldbewirtschaftung festgestellt.

Foto: Christian Münch