Startseite Seite drucken Winterkolloquium des ÖJV Sachsen e.V. 2017

Winterkolloquium des ÖJV Sachsen e.V. 2017

Der Ökologische Jagdverein Sachsen e.V ist Mitglied in der Regionalen PEFC-Arbeitsgruppe Sachsen e.V. Die Arbeitsgruppe repräsentiert die Teilnehmer in der Region des Freistaats Sachsens und trägt Verantwortung dafür, dass die Waldbewirtschaftung auf der zertifizierten Waldfläche den Anforderungen des Standards für nachhaltige Waldbewirtschaftung entsprechen und ist Zertifikatshalter im Rahmen der Waldzertifizierung nach PEFC. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe engagieren sich entsprechend ihres Aufgabenschwerpunktes für die Förderung der PEFC-Waldzertifizierung in Sachsen.

Zum 18. Mal lud im Januar der ÖJV Sachsen in die Hörsäle der  TU Dresden zu seinem alljährlich stattfindenden Winterkolloquium in Tharandt ein, um einem breiten Publikum aus Studenten, Wissenschaftlern, Jägern und Forstverwaltungen Persönlichkeiten der forst- und jagdpolitischen Szene vorzustellen und über besonders brisante und aktuelle Themen zu sprechen.

Eines der  Grundziele des ÖJV Sachsen ist es, die Jagd weiter als ein ökologisches Handwerk zu entwickeln und zu etablieren. Das betrifft gleichermaßen die inhaltliche Ausrichtung der Jagd wie auch die Arbeit im politischen Raum als anerkannte Vereinigung der sächsischen Jäger (nach §10 SächsJagdVO i.V.m. BJagdG §37 Abs.2). Dabei ist es besonders wichtig, die Interessen der verschiedenen Landnutzer und Eigentümer zu beachten und zu wahren. So kritisiert der ÖJV Sachsen seit seiner Gründung die zu hohen Schalenwildbestände im Freistaat und die daraus resultierenden Schäden in der Umwelt allgemein, aber auch der Land- und Forstwirtschaft im Besonderen. So stellen insbesondere die zu hohen Wildbestände ein ernstes Hemmnis im notwendigen Waldumbau im Erzgebirge (Stichwort Klimawandel) dar.

In diesem Sinne sieht es der ÖJV Sachsen als eine Aufgabe an, Praxis und Wissenschaft zusammenzubringen und den Austausch zu fördern. Insbesondere die Studenten und Jungjäger brauchen Beispiele, an denen sie die Bedeutung der Jagd für den Forstbetrieb und die Notwendigkeit ihrer modernen Ausrichtung / Leitbild erkennen.

Zum diesjährigen Vortrag zeigte Michael Duhr (Jagdvorsteher der JG Garlitz-Buckow) beispielhaft auf, wie ein Miteinander der Jäger, Landeigentümer und Naturschützer unter einem Hut funktionieren kann.

Die Eckpunkte:

  • Personelle Trennung von Funktionen, Verantwortung mgl. breit strukturieren
  • Miteinander reden, Ziele definieren, Ausgleich suchen
  • Schrittweise Veränderungen in kleinen Schritten, Beharrliches Vorgehen über einen längeren Zeitraum
  • Mehrfache Überarbeitung der Pachtverträge
  • Verzicht auf  eine Wildschadensausgleichskasse
  • Festlegung von Bejagungsschwerpunkten (entspr. Investitionen)
  • Gemeinsame Exkursionen im Revier
  • Definieren von Teilzielen in der Pachtperiode
  • Ortsnähe des Pächters
  • Verzicht auf maximalem Pachtpreis.

Ein Miteinander funktioniert am besten, wenn Verpächter und Pächter die gleichen Interessen verfolgen. Sind Konflikte unlösbar, sollte mit einem objektiven Wildschadensmonitoring ein klares Instrument zur Feststellung des Zustandes im Revier zur Verfügung stehen. Spätestens dann müssen Behörden ihre Aufgaben wahrnehmen und für Recht und Gesetz eintreten.

© Wolfgang Köcher: Referent Michael Duhr (links) und Prof. Dr. M. Müller (TU Dresden)