Startseite Seite drucken Sächsische Wälder erhalten erneut Gütesiegel

Sächsische Wälder erhalten erneut Gütesiegel

Sächsischen Waldbesitzern wird bereits zum vierten Mal in Folge eine vorbildliche multifunktionale Waldbewirtschaftung bescheinigt. Umweltstaatssekretär Herbert Wolff nahm heute (30. Juni 2016) bei der 18. Mitgliederversammlung von PEFC Deutschland e. V. in Dresden das aktualisierte PEFC-Zertifikat (Programme for the Endorsement of Forest Certifikation Schemes) für 75 sächsische Forstbetriebe entgegen, darunter den Staatsbetrieb Sachsenforst. „Mit dem Zertifikat wird allen beteiligten Waldbesitzer bescheinigt, dass sie international vereinbarte forstliche Nachhaltigkeitsstandards einhalten“, sagte der Staatssekretär. „Sie reden nicht nur über den Schutz der Wälder, sondern erhalten und verbessern sie."

Das Zertifikat sei eine besondere Anerkennung, so Wolff. „Aus ihr erwächst aber zugleich eine Verpflichtung, die nachhaltige Forstwirtschaft auf dem erreichten Niveau weiterzuführen. Die Zertifizierung ist auch deshalb wichtig, weil damit die Waldbesitzer ihren Einsatz für Wald und dessen Leistungen für Gesellschaft belegen können." Für den Freistaat ist es nach 2001, 2006 und 2011 die vierte Auszeichnung für eine nachhaltige, also ökologische, ökonomische sowie soziale Waldbewirtschaftung.

Prof. Dr. Andreas W. Bitter, Vorsitzender des PEFC Deutschland e. V., betonte: „Wir müssen noch mehr Anstrengungen unternehmen, um weitere private und kommunale Forstbetriebe in Sachsen für PEFC zu gewinnen." Dabei sei der größte zertifizierte Forstbetrieb, Sachsenforst, im Rahmen seiner Aufgaben im nichtstaatlichen Wald ein besonders wichtiger Multiplikator. Gerade den Kommunalwald bietet das PEFC-Zertifikat eine große Chance, der Bevölkerung vor Ort die Nachhaltigkeit der multifunktionalen Waldbewirtschaftung zu dokumentieren.

So ist Sachsen beim Umbau zu stabilen, arten- und strukturreichen, leistungsfähigen Mischwäldern ein Vorbild. Insbesondere das größte sächsische Artenschutzprogramm, das Wiedereinbringen der heimischen Weißtanne, spielt dabei seit Anfang der 90er Jahre eine herausragende Rolle. Das Anpassen der Wälder an den Klimawandel wird aber örtlich durch zu hohe Wildbestände beeinträchtigt oder sogar komplett verhindert. So stellen mancherorts übermäßiger Verbiss und Schäle, insbesondere durch Reh- und Rotwild, die größte Herausforderung in PEFC-zertifizierten Wäldern dar. Allerdings bietet das moderne Jagdrecht Sachsens aus Sicht von PEFC ausgezeichnete Möglichkeiten, waldverträgliche Wilddichten zu schaffen.

Das Zertifizierungssystem für nachhaltige Waldbewirtschaftung basiert inhaltlich auf den Beschlüssen der  Umweltkonferenz von Rio de Janeiro (1992). Ebenso orientiert es sich an den 1993 in Helsinki auf der „Ministerkonferenz zum Schutz der Wälder in Europa“ beschlossenen Kriterien. Vergeben wird das Zertifikat für die Region achsen durch die DIN CERTCO Gesellschaft für Konformitätsbewertung mbH.

Im Freistaat koordiniert die Regionale PEFC-Arbeitsgruppe Sachsen e. V. die Umsetzung der Richtlinien seit dem Jahr 2001. Der Anteil zertifizierter Wälder im Freistaat liegt bei 52 Prozent der Waldfläche (272 226 Hektar). Beteiligt sind 75 Forstbetriebe aus allen Waldeigentumsarten, also Landes-, Bundes-, Kommunal-, Kirchen- und Privatwald. Der Staatsbetrieb Sachsenforst ist mit seiner gesamten Waldfläche (rund 204 000 Hektar) der größte teilnehmende Forstbetrieb. In Deutschland sind gegenwärtig zwei Drittel der Waldfläche (7,3 Millionen Hektar) durch PEFC zertifiziert, weltweit sind es 265 Millionen Hektar in 40 Ländern.

Foto: Gruppenbild der Teilnehmer nach der Zertifikatsübergabe an die Region Sachsen durch Auditor Raimund Kaltenmorgen (DIN CERTCO, im Bild 2. Reihe links) im Beisein von Staatssekretär Herbert Wolff (1. Reihe links), Landesforstpräsident Prof. Dr. Hubert Braun (1. Reihe 2.v.l.), Johannes Ott (Vorsitzender der Regionalen PEFC-Arbeitsgruppe Sachsen) und Prof. Dr. Andreas W. Bitter (Vorsitzender PEFC Deutschland).