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PEFC-zertifizierter Weihnachtsbaum für Landtag in Hessen

Einen sechs Meter hohen Weihnachtsbaum übergab der neu gewählte Vorsitzende von PEFC Hessen, Detlef Stys, heute an den Präsidenten des Hessischen Landtages, Norbert Kartmann. Die Nordmanntanne aus dem Vordertaunus stammt aus PEFC-zertifizierten, nachhaltig bewirtschafteten Wäldern und soll die Abgeordneten, Mitarbeiter und Besucher des Landtages in weihnachtliche Stimmung bringen.

„PEFC unterstützt die Waldeigentümer bei der anspruchsvollen Aufgabe, klimastabile Wälder zu entwickeln und den Beitrag der Wälder zum Klimaschutz zu verbessern,“ sagt Detlef Stys. Die Wälder müssten starken Temperaturschwankungen und längeren Perioden mit trockenheißem Wetter ebenso standhalten wie vermehrt auftretenden Stürmen, Nassschnee und fehlendem Frost. Der aktuelle Waldzustandsbericht zeige für die hessischen Wälder deutlich, wie die Vitalität auch heimischer Baumarten, wie der Buche, unter zwei aufeinander folgenden trockenen und heißen Sommern leide. Die Auswirkungen auf die Bäume werden in den kommenden Jahren noch deutlicher zu sehen sein.

Die Forstwirtschaft muss zudem mit dem Totalausfall der Baumart Esche umgehen, die durch das Eschentriebsterben auf großer Fläche abstirbt. Nur in nachhaltig und naturnah bewirtschafteten Wäldern lassen sich Schäden durch Witterungseinflüsse und Schädlingsbefall kurzfristig beseitigen. Die Wälder können durch gezielten Anbau von Baumarten und Baumartenmischungen, die mit Klimaveränderungen und Witterungsextremen besser zurecht kommen, sowie durch eine naturnahe Waldpflege, stabilisiert werden. Sie erhalten durch das Wachstum ihre vielfältigen Funktionen als Kohlenstoffsenke, Wasserspeicher, Luftfilter, Sauerstoffproduzent, Lärm- und Sichtschutz. PEFC überlässt die Wahl standortgeeigneter Baumarten dem Waldeigentümer. Damit ist PEFC hinsichtlich der Klimaanpassung der Wälder anderen Zertifizierungssystemen überlegen, die eine Stilllegung von Referenzflächen zur Bedingung machen und den Anbau heimischer Baumarten vorschreiben.

PEFC ist ein lernendes Waldzertifizierungssystem, das Waldeigentümer und Forstleute begleitet, um ihre Bewirtschaftungsmethoden ständig zu verbessern. Die Eigentümer von 88 Prozent der Wälder in Hessen haben sich freiwillig verpflichtet, die Standards von PEFC bei der Waldbewirtschaftung anzuwenden.

Bei den jährlichen Überprüfungen der Forstbetriebe durch unabhängige Auditoren werden seit mehreren Jahren in vielen Wäldern überhöhte Schäden durch Wildverbiss festgestellt. Ein weiterer, überwiegend bei privaten Brennholz-Selbstwerbern häufig auftretender Verstoß gegen PEFC-Standards ist die Verwendung nicht biologisch abbaubarer Kettenöle in der Motorsäge. „Jeder, der sein Brennholz im Wald selbst mit der Motorsäge aufarbeitet, kann durch Bio-Kettenöl zum Schutz unserer Waldböden und des Grundwassers beitragen.“ appelliert Detlef Stys an die Brennholz-Selbstwerber. PEFC-zertifizierte Forstbetriebe sind verpflichtet, beim Verkauf von Brennholz-Lesescheinen die Selbstwerber darauf hinzuweisen.