Startseite Seite drucken PEFC ist die beste Wahl!

PEFC ist die beste Wahl!

PEFC-Vorsitzender Prof. Dr. Andreas W. Bitter spricht zu den Mitgliedern des Bayerischen Waldbesitzerverbandes

Die alljährliche Mitgliederversammlung des Bayerischen Waldbesitzerverbandes begann in diesem Jahr mit einem Grußwort des PEFC-Vorsitzenden Prof. Dr. Andreas W. Bitter.

Er begrüßte die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer mit Lob für ihre Arbeit und ihr Engagement im Wald. Eine beeindruckende Zahl von 650.000 Waldbesitzern in Bayern leiste eine Arbeit, die es wert sei, gewürdigt zu werden. 650.000 Waldbesitzer seien im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung in Bayern von 12,5 Millionen jedoch eine Minderheit. Die Mehrheit der bayerischen Bevölkerung lebe im urbanen Bereich, entwickle eigene Maßstäbe und Ideen für die Waldbewirtschaftung und würde dabei immer häufiger die Kompetenz der Waldbesitzer in Bezug auf eine umweltgerechte Landnutzung in Frage stellen.

Genau hier, als Regelwerk für eine „zeitgemäße Interpretation einer multifunktionalen Forstwirtschaft“, sieht Professor Bitter die Aufgabe von PEFC. Multifunktionalität bedeute die Nutzung auf der gesamten Fläche und bilde die Voraussetzung für eine in allen drei Dimensionen, also ökologisch, sozial und ökonomisch nachhaltige Waldbewirtschaftung. Die Praxistauglichkeit des PEFC-Standards erläuterte er anhand von drei Beispielen:

Eine Feinerschließung mit einem Gassenabstand von 20 Metern erlaube eine effiziente und optimale Holznutzung ohne Bestandesschäden und könne als elementarer Beitrag zum Bodenschutz angesehen werden.

Eine einzelbaumweise oder angepasste flächige Nutzung ermögliche die natürliche Verjüngung von Lichtbaumarten. Dies könne als Bereicherung des Baumartenspektrums und als aktiver Beitrag der Waldbesitzer zur Erhaltung der Biodiversität betrachtet werden.

In seinem letzten Beispiel thematisierte er die andauernde Diskussion zur Frage: Standortgerechte oder standortheimische Baumarten? Er führte aus, dass bei einer Beschränkung auf standortheimische Baumarten die Douglasie oder die Roteiche ausgeschlossen würden. Aber gerade diese Baumarten, so Professor Bitter, könnten zukünftig „ein waldbauliches Korsett in der Unsicherheit des Klimawandels“ bilden.

Die PEFC-Standards als praxiserprobtes System an der Seite der Waldbesitzer seien zudem innovativ, wie die Schaffung von Zertifizierungsangeboten für Erholungswälder und Waldweihnachtsbaumkulturen zeigten. Neu sei auch eine Idee, die aus Bayern stammt: Das PEFC-Regionallabel, das im letzten Jahr mit der Zertifizierung des Spielwarenherstellers Nemmer aus dem Bayerischen Wald auf den Markt gebracht wurde.

Der gesellschaftliche Wandel führe zu einer Steigerung der Bedeutung von Produktlabels zur Lenkung der Verbraucher. Deshalb sei es sehr wichtig, dass das PEFC-Logo nicht nur im Wald erscheine, sondern auch auf möglichst vielen Alltagsprodukten. Professor Bitter appellierte an die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer, sich der gesellschaftlichen Diskussion mit Hilfe von PEFC zu stellen und schloss mit den Worten, dass „PEFC nicht das kleinere Übel, sondern wirklich die beste Wahl“ sei.

Foto: (c) Bayerischer Waldbesitzerverband.