Startseite Seite drucken Die Wälder in Nordrhein-Westfalen werden nachhaltig bewirtschaftet - Erste Ergebnisse und Erfahrungen zum Internen PEFC-Monitoring-Programm 2017

Die Wälder in Nordrhein-Westfalen werden nachhaltig bewirtschaftet - Erste Ergebnisse und Erfahrungen zum Internen PEFC-Monitoring-Programm 2017

PEFC-Regionalassistentin Cornelia Pauls besucht PEFC-zertifizierte Waldbesitzer

Die PEFC-Regionalassistentin Cornelia Pauls hat 2017 das erste Mal im Rahmen des neuen Internen Monitoring-Programms (IMP) Waldbesitzer vor Ort besucht oder mit Hilfe eines Fragebogens angeschrieben. Dieses Verfahren dient der Systemstabilität in der Region Hessen. 2017 waren in dieser Region vor allem drei Schwerpunkte von Interesse: „Angepasste Wildbestände“, „Arbeitsschutz/Arbeitssicherheit“ und „Aktuelle, vollständige Teilnehmerlisten bei forstlichen Zusammenschlüssen“. Im Folgenden berichtet Cornelia Pauls über ihre ersten Erfahrungen:

Wie wird das interne Vor-Ort-Gespräch von Waldbesitzern und Dienstleistern gesehen? Welche Erfahrungen haben Sie hier gemacht?

Pauls: Ich hatte das Gefühl, dass die meisten Waldbesitzer und Beschäftigten sich freuten, mich zu sehen. PEFC sei dadurch wieder präsenter auf der Fläche. Viele Waldbesitzer bestellten im Nachgang Informationsmaterial, welches ich zur Anschauung zum Gespräch mitbrachte. Die meisten waren stolz, mir ihren Wald zu zeigen. Und das fand ich besonders schön.

Welche Ergebnisse aus dem internen Monitoring und den internen Vor-Ort-Gesprächen 2017 liegen für Nordrhein-Westfalen vor?

Pauls: Fast immer ist die Waldbewirtschaftung der vielen Waldbesitzer, die ich getroffen habe, konform mit den PEFC-Standards. Erfreulicherweise werden die Wälder mit viel Herzblut und Umsicht gepflegt und erhalten.

Gab es auch Waldbesitzer oder Wälder, die nicht konform mit den PEFC-Standards bewirtschaftet werden?

Pauls: Im Rahmen des IMP wurden neun Vor-Ort-Gespräche durchgeführt, sechs Betriebe wurden darüber hinaus angeschrieben und über 60 forstliche Zusammenschlüsse befragt. Es freut mich, dass die Umsetzung des PEFC-Standards größtenteils mit viel Engagement betrieben wird. Nicht immer wurden jedoch alle Punkte von vornherein perfekt umgesetzt. So sind mir bei den Besuchen acht Abweichungen und sechs Verbesserungspotentiale aufgefallen. Hier ging es um „Unfallverhütung/Arbeitsschutz“, der Einsatz von nicht zertifizierten Unternehmern, „Befahrung außerhalb der Rückegasse“ und Probleme mit „Angepassten Wildbeständen“. Alle Waldbesitzer, bei denen es eine Abweichung gab, haben die Möglichkeit genutzt, diese durch Maßnahmen und durch Vorlage von fehlenden Dokumenten zu beheben. PEFC sieht sich als lernendes System. Wir wollen dazu beitragen gemeinsam auf der Fläche noch besser zu werden. Bei dem, was ich draußen gesehen habe, kann ich sagen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

PEFC: Aus welchem Grund wurden die Forstlichen Zusammenschlüsse angeschrieben?

Pauls: Forstliche Zusammenschlüsse können entweder als Zwischenstelle (nicht alle Mitglieder des Zusammenschlusses nehmen an der PEFC-Zertifizierung teil) oder gemeinschaftlich (alle Mitglieder nehmen teil) PEFC-zertifiziert sein. Es ist besonders wichtig, dass in der Mitgliederliste klar zu erkennen ist, welcher Waldbesitzer und welche Flächen nach PEFC-zertifiziert sind. Denn nur das Holz von zertifizierten Flächen darf als PEFC-zertifiziert verkauft werden. Wir haben bei FBGen in den Regierungsbezirken Köln und Düsseldorf die aktuellen Teilnehmerlisten abgefragt. Leider sind nicht alle Listen vollständig und korrekt. Entweder fehlen Informationen, oder die Flächenangaben sind falsch. Die Abfrage wird im nächsten Jahr fortgesetzt. Unser Ziel ist es, die forstlichen Zusammenschlüsse zu sensibilisieren und stärker auf korrekte Angaben in den Teilnehmerlisten zu achten.

PEFC: Wie geht es 2018 weiter?

Pauls: Auch 2018 werde ich wieder in der Fläche unterwegs sein. Die Regionale PEFC-Arbeitsgruppe Nordrhein-Westfalen e.V. hat für das kommende Jahr folgende drei Schwerpunkte in den Vordergrund gestellt: „Mitgliederverwaltung bei forstlichen Zusammenschlüssen“, „Bodenschutz“ sowie „zertifiziertes Saat- und Pflanzgut“. Ab Januar werden die ausgelosten Forstbetriebe angeschrieben. Ich freue mich schon besonders auf die neuen Vor-Ort-Gespräche. Es ist immer wieder spannend, die Waldbesitzer und ihren Wald kennen zu lernen.

Hintergrundinformation: Unter dem Internen-Monitoring-Programm werden Prozesse verstanden, mit Hilfe derer Informationen zur PEFC-Zertifizierung in der Region ausgewertet werden und ggf. Maßnahmen zur Verbesserung der PEFC-Zertifizierung in der Region ergriffen werden können. Beim Internen Monitoring soll nicht die Kontrolle einzelner Teilnehmer an der PEFC-Zertifizierung, sondern die Identifizierung von Verbesserungspotenzial auf Ebene der Region im Vordergrund stehen. Die Kontakte zu den Waldbesitzern finden jährlich auf 10 % der zertifizierten Waldfläche statt. Bei der Auswahl der Gesprächspartner wird jede Waldbesitzart ihrem Anteil an der zertifizierten Waldfläche entsprechend berücksichtigt. Das Vor-Ort-Gespräch kann für Waldbesitzer auch als gute Vorbereitung für das externe PEFC-Audit genutzt werden und dazu beitragen, den Qualitätsstandard der Waldbewirtschaftung weiter zu steigern und als Informationsinstrument dienen. Zudem weist ein auch intern auditierter Betrieb nach, dass er mit anerkannt hohem Standard nachhaltige Forstwirtschaft betreibt – ein Marketinginstrument besonders im urbanen Umfeld.