Startseite Regionale Neuigkeiten Seite drucken „Die Eiche ist uns sehr wichtig!“

„Die Eiche ist uns sehr wichtig!“

PEFC-Regionalassistent Michael Korn lässt sich von Bezirksleiter Michael Klilian auf einer Karte die verschiedenen Waldtypen im Bergwald und den Standort genauer zeigen.

Einer der ersten kommunalen Waldbesitzer in Baden-Württemberg, bei denen PEFC-Regionalassistent Michael Korn in diesem Jahr zum internen PEFC-Audit vor Ort war, ist die Stadt Müllheim. Die Kommune im Markgräflerland besitzt 1.535 Hektar Waldfläche, welche durch den Forstbezirk Staufen betreut und bewirtschaftet wird. Herausstechend sind hier die großen Eichenwaldkomplexe, der sogenannte“ Müllheimer Eichwald“, welcher nicht nur in Baden-Württemberg seinesgleichen sucht. Die Eiche ist hier auf über 400 Hektar prägend und stellt die Forsteinrichtung und den zuständigen Förster Hans-Uwe Strauch vor besondere Herausforderungen.

Daher verwundert es nicht, dass Michael Korn sich zuerst diese Flächen und vor allem die Maßnahmen rund um die Eichenverjüngung genauer ansehen möchte. Neben der wichtigen Schutz- und Erholungsfunktion des Eichwaldes für die umliegende Bevölkerung soll das Kulturgut Eiche hier auch für künftige Generationen erhalten werden. Um all diese Anforderungen zu vereinen, wird unter anderem mit femelartigen Hieben auf kleinen Flächen von 0,1 bis 0,3 Hektar Licht für die Verjüngung geschaffen. Auch der Wildverbiss ist hier ein großes Thema, worauf die Förster zum Teil mit Einzelschutzmaßnahmen und Zäunung reagieren. Dem voran gehen intensive Gespräche mit Jagdpächtern für eine besonders ambitionierte Jagd auf Rehwild, gerade in den Verjüngungsflächen ohne Wuchshüllen oder Zaun.

„Die Eiche ist uns sehr wichtig. Einen derart großen Eichenwaldkomplex in Süddeutschland zu finden, ist wirklich eine Seltenheit. Daher wollen wir diesen besonders schönen und artenreichen Wald auch für die Zukunft erhalten und unternehmen waldbaulich sehr viel für eine behutsame, aber gesicherte Verjüngung“, so der stellvertretende Forstbezirksleiter Michael Kilian. Zudem ist die Eiche auch eine wichtige Einnahmequelle der Stadt, um die ambitionierte und nachhaltige Forstwirtschaft weiterhin finanzieren zu können.

Dass die Einhaltung dieses Ziels eine wirkliche Herausforderung ist, wird während des Vor-Ort-Audits immer wieder klar, denn vor allem die konkurrenzstarke Buche macht den Eichen das Leben schwer. Ohne größere Eingriffe kann kaum genügend Licht für die jungen, stark lichtbedürftigen Eichen geschaffen werden.

Der durchdachte Waldbau setzt sich im Revier der Stadt Müllheim, aber auch in anderen Waldorten fort. Im höher gelegenen Bergwald beispielsweise wird über Verjüngungsmaßnahmen unter Schirm ein Bergmischwald aus Weißtannen, Douglasien, Buchen und Bergahorn mit allen Altersklassen erfolgreich gepflegt und so ein ganz anderes Waldbild geprägt.

Maßnahmen, die den Forderungen des PEFC-Standards für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung widersprechen, sucht PEFC-Regionalassistent Michael Korn bei diesem Audit vergeblich. Neben dem Einsatz zertifizierter Forstunternehmer, dem Verbot flächigen Befahrens, der Einhaltung aller Sicherheitsaspekte bei der Waldarbeit bis hin zum Schutz besonderer Biotope und Habitatbäume werden auch alle anderen geprüften Standards erfüllt. Lediglich der Wildverbiss in den Eichenverjüngungsflächen sollte in den kommenden Jahren nicht aus den Augen gelassen werden. Aber auch hier sind die Forstleute sensibilisiert und mit den Jagdpächtern im Gespräch.

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Der stellv. Forstbezirksleiter Michael Kilian, Forstrevierleiter Hans-Uwe Strauch, Fachbereichsleiter Finanzen Patrick Weichert und PEFC-Regionalassistent Michael Korn (v.l.n.r.) beim internen PEFC-Audit im Stadtwald Müllheim auf einer neuangelegten Eichenverjüngungsfläche.