Startseite Seite drucken Bayerns Wälder werden nachhaltig bewirtschaftet

Bayerns Wälder werden nachhaltig bewirtschaftet

Im Rahmen der internen Audits wurden in Bayern 2017 viele Waldbesitzer auf die Einhaltung der PEFC-Standards überprüft. PEFC-Regionalassistentin Kathrin Selhuber spricht zum Ende des Jahres über die Ergebnisse und ihre Erfahrungen.

PEFC: Frau Selhuber, welche Ergebnisse aus dem internen Monitoring und den internen Audits 2017 gibt es für Bayern?

Selhuber: Bei den internen Audits habe ich viele Waldbesitzer getroffen und ihre Wälder gesehen. Fast immer arbeiten die Waldbesitzer und die Waldbewirtschaftung konform mit den PEFC-Standards. Erfreulicherweise werden die Wälder mit viel Herzblut und Umsicht gepflegt und erhalten, dass es mir einfach unglaublich Spaß macht, das kennen zu lernen.

PEFC: Gab es auch Waldbesitzer oder Wälder, die nicht konform mit den PEFC-Standards sind?

Selhuber: Das gab es auch und ein solches vorgehen führt zu einer sogenannten Abweichung. Der Waldbesitzer hat dann die Möglichkeit, mit Maßnahmen die Abweichung zu beheben. Abweichungen gab es vor allem, weil die Waldbesitzer kein Bio-Öl oder Sonderkraftstoff in der Motorsäge verwendeten oder es wurden, ohne eindeutige Notwendigkeit oder Dokumentation, Pflanzenschutzmittel eingesetzt,

PEFC: Aufgrund des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln wurden ja auch zwei Waldbesitzer aus PEFC ausgeschlossen. Können Sie das ein wenig genauer erläutern?

Selhuber: Das ist im Allgemeinen bedauerlich, da Ausschlüsse nicht sein müssten. Die Regionale PEFC-Arbeitsgruppe hat nach eingehender Diskussion entschieden, dass beide Waldbesitzer nicht mehr an der PEFC-Zertifizierung teilnehmen können. Allerdings ist der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln eine absolute Ausnahme in den bayerischen Wäldern, viele Waldbesitzer stehen einem Einsatz sehr kritisch gegenüber.

PEFC: Das ist gut zu hören, gibt es denn darüber hinaus noch weitere interessante Aspekte bei den PEFC-zertifizierten Waldbesitzern?

Selhuber: Es gibt unzählige interessante und schöne Aspekte der Waldbewirtschaftung. Die Wörter Klimawandel und Wetterextreme hört man zudem als Herausforderung überall. Als Folge davon bringen ausnahmslos alle Waldbesitzer Mischbaumarten ein oder helfen ihnen im Zuge von Pflegmaßnahmen. Weiterhin darf die Forstwelt nicht müde werden, den Sinn von Pflege und Durchforstungsmaßnahmen herauszustellen, denn hier ist in vielen Wäldern noch Potential.

PEFC: Wie geht es 2018 weiter?

Selhuber: Bei den Schwerpunktkriterien, die 2018 überprüft werden, gibt es eine kleine Änderung. Neu ist, dass der Einsatz von Forstunternehmern mit anerkanntem Zertifikat nun generell überprüft wird. Ansonsten bleibt alles so wie es ist und ab April werden dann wieder Audits im Wald stattfinden. Darauf freue ich mich schon besonders, es ist immer wieder spannend, die Waldbesitzer und ihren Wald kennen zu lernen.

Detaillierte Informationen zum internen Monitoringprogramm in Bayern finden Sie zudem HIER.