PEFC Deutschland verabschiedet neue Standards

Portfolio der PEFC-Zertifizierung wird auf drei neue Angebote ausgeweitet

14-monatiger Revisionsprozess der PEFC-Waldstandards ist erfolgreich beendet / Große Beteiligung der Interessengruppen / Portfolio der PEFC-Zertifizierung wurde auf drei neue Angebote ausgeweitet

Stuttgart, 01.12.2014. Der Deutsche Forst-Zertifizierungsrat hat auf seiner Sitzung am 26.11.2014 einstimmig die neuen PEFC-Standards verabschiedet. Damit endet ein 14-monatiger Standardrevisionsprozess, der von einer großen Beteiligung einer Vielzahl von Interessengruppen geprägt war. In rund 25 Sitzungen seit September 2013 wurden die PEFC-Waldstandards neu gefasst bzw. präziser formuliert, eine „Regionenoffensive“ zur Unterstützung des Verfahrens der regionalen PEFC-Zertifizierung ins Leben gerufen sowie drei neue Zertifizierungsangebote entworfen, mit denen Forstbetriebe eine bestehende PEFC-Zertifizierung auf freiwilliger Basis ergänzen können.

„Ich freue mich, dass wir den Revisionsprozess erfolgreich abgeschlossen haben und wir über das Jahr hinweg eine so hohe Beteiligung an der Überarbeitung der Standards erzielen konnten. Dies zeigt deutlich, dass das Motto ‚PEFC ist ein dialogorientiertes System‘ nicht nur eine Behauptung darstellt, sondern dass wir dies auch mit Leben füllen können“, so Prof. Dr. Ulrich Schraml, Vorsitzender von PEFC Deutschland.

Im Rahmen des Revisionsprozesses wurden die Anregungen aus den zuständigen Arbeitsgruppen „Standards“ und „Verfahren“ sowie das Feedback aller Stakeholder aus der eigens für den Revisionsprozess freigeschalteten Online-Plattform bearbeitet. Im Juli 2014 fand eine Zwischenpräsentation der Arbeitsgruppen im Rahmen des „Würzburg+15“-Kongresses statt. Nach der anschließenden öffentlichen Konsultationsperiode von 60 Tagen wurden weitere Vorschläge eingearbeitet.

Die wichtigsten Änderungen und redaktionellen Überarbeitungen am PEFC-Waldstandard betreffen im Besonderen die Punkte 6.2 (Private Selbstwerber) und 6.4 (Forstunternehmerzertifikate). So wurde etwa präzisiert, welche Anforderungen an den Nachweis eines qualifizierten Motorsägenlehrgangs gestellt werden, um ein hohes Niveau an Sicherheit bei motormanueller Holzaufarbeitung sicherzustellen. Auch die Forderung des PEFC-Standards nach dem Einsatz zertifizierter Forstunternehmer wurde neu gefasst. Der neue Waldstandard tritt zum 01.01.2015 in Kraft.

„Ich freue mich, dass wir mit den neuen Standards bei allen Gruppen, die wir bei der Überarbeitung einbezogen haben, eine hohe Akzeptanz erreichen konnten“, so Prof. Dr. Andreas W. Bitter, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Standards und stellvertretender Vorsitzender von PEFC Deutschland. „Die Standards spiegelten bereits vor der aktuellen Revision ein hohes Niveau nachhaltiger Waldbewirtschaftung wider, aber wir haben sie verbessern können, indem wir sie noch präziser und vor allem praxisnaher formuliert haben“.

Neben der Verabschiedung der PEFC-Waldstandards wurde der Startschuss zu einer „Regionenoffensive“ beschlossen. Durch die „Regionenoffensive“ sollen die regionalen PEFC-Arbeitsgruppen, die für die Umsetzung der PEFC-Zertifizierung in den Regionen verantwortlich sind, gestärkt werden. Hierzu werden insgesamt sieben neue Stellen von „Regionalassistenten“ geschaffen, die die regionalen Arbeitsgruppen bei ihren Aufgaben – unter anderem der Erarbeitung von Zielen und Handlungsprogrammen zur Verbesserung der nachhaltigen Waldbewirtschaftung in der Region, dem Informationsaustausch mit den Zertifizierungsteilnehmern oder der Kommunikation mit der Öffentlichkeit – unterstützen.

Der Deutsche Forst-Zertifizierungsrat verabschiedete zudem drei neue Angebote, mit denen Forstbetriebe eine bestehende PEFC-Zertifizierung auf freiwilliger Basis ergänzen können. Dabei handelt es sich um die Zertifizierung von Weihnachtsbaumkulturen auf Waldflächen sowie ein zusätzliches PEFC-Zertifikat für Erholungswälder, mit welchem Waldbesitzer ihr Engagement für Erholungssuchende verdeutlichen können. Diese beiden Zertifizierungsansätze auf einzelbetrieblicher Basis werden mit einem jährlichen Vor-Ort-Audit verbunden sein. Ferner wurde das Label „Heimisches Holz aus [der Region]“ entwickelt, welches Verbrauchern nicht nur die Herkunft der Holzprodukte aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern aufzeigt, sondern auch den regionalen Ursprung betont – ein Kaufargument, das für Verbraucher immer wichtiger wird. „Mit diesen drei neuen Zertifizierungsangeboten ab kommendem Jahr haben wir das PEFC-Portfolio sinnvoll erweitert und bieten sowohl Waldbesitzern als auch den Unternehmen der Chain-of-Custody neue Möglichkeiten, von der PEFC-Zertifizierung zu profitieren“, so Dirk Teegelbekkers, Geschäftsführer von PEFC Deutschland.

Alle neuen Dokumente, die vom Deutschen Forst-Zertifizierungsrat verabschiedet wurden, können Sie unter https://www.dropbox.com/sh/vpi8w4n7aatmkh2/AABGDID0pD_0UCZWk1zs9b9Na?dl=0 oder auf www.pefc.de/dokumente abrufen.

 

PEFC

PEFC ist die größte Institution zur Sicherstellung nachhaltiger Waldbewirtschaftung durch ein unabhängiges Zertifizierungssystem. Holz und Holzprodukte mit dem PEFC-Siegel stammen nachweislich aus ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltiger Forstwirtschaft.

PEFC Deutschland e.V. wurde 1999 gegründet und entwickelt die Standards und Verfahren der Zertifizierung, stellt der Öffentlichkeit Informationen bereit und vergibt die Rechte am PEFC-Logo in Deutschland. PEFC ist in Deutschland das bedeutendste Waldzertifizierungssystem: Mit 7,3 Millionen Hektar zertifizierter Waldfläche sind bereits rund zwei Drittel der deutschen Wälder PEFC-zertifiziert.

Wir stellen gerne Fotomaterial zur Verfügung, welches in Verbindung mit dem Thema sowie mit dem Nachweis „PEFC Deutschland" honorarfrei ist. Über Belegexemplare oder Hinweise freuen wir uns.

Pressekontakt PEFC:

Catrin Fetz
PEFC Deutschland e.V.
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Tel.: 0711 / 24861820
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Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit