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Stuttgart/Bäk 21.09.2009 – Weit mehr als ein Drittel des Waldes in Schleswig-Holstein ist nach den Standards der weltweit größten Zertifizierungsorganisation PEFC zertifiziert, darunter auch der gesamte Staatswald. Die anerkannte Waldschutzorganisation sichert eine nachhaltige Waldwirtschaft und ist zugleich ein wertvolles Marktinstrument für die Waldbesitzer. Grund genug für Christel Happach-Kasan, MdB und forstpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, sich die Umsetzung der PEFC-Standards im heimischen Wald auf Einladung von Graf Hans-Caspar Rantzau in Pronstorf einmal genauer anzusehen.
Die FDP-Bundestagsabgeordnete konnte sich bei ihrem Besuch von dem hohen Niveau der Forstwirtschaft überzeugen: „Deutschland ist Waldland. Die nachhaltige Nutzung von Wäldern bietet daher gegenüber anderen Nutzungsformen der Fläche enorme ökologische Vorteile. Wir als FDP setzen auf eine integrative Waldnutzung. Das heißt, wir wollen die Produktion von Holz mit dem Natur- und Artenschutz, dem Grundwasser- und Klimaschutz kombinieren. Die Zertifizierung ist ein Marketinginstrument. So können Waldbesitzer damit werben, dass sie in der Bewirtschaftung ihrer Wälder höhere ökologische Standards befolgen, als das Gesetz sie vorgibt. Dieses Engagement ist vorbildlich und verdient große Anerkennung“, so Happach-Kasan. Die FDP will, dass der Staat gegenüber den Forstzertifizierungssystemen neutral bleibt. Deshalb hat sich die FDP-Fraktion dafür stark gemacht in den Beschaffungsrichtlinien des Bundes keine der verschiedenen Zertifizierungsorganisationen zu bevorzugen.
Bei der Exkursion zeigte Graf Rantzau auch die zunehmende Bedrohung der Waldwirtschaft durch Pilzbefall. Gegenwärtig sind besonders die Eschen bedroht. Happach-Kasan: „Die freiwillige Beteiligung an Nachhaltigkeitsauflagen, wie sie durch die PEFC-Zertifizierung vorgegeben sind, zeigt das große Engagement der Waldbesitzer für eine naturnahe und schonende Wirtschaftsweise, die dem Wald, dem Klima und damit auch den Menschen hilft.“
Der Vorsitzende der regionalen PEFC-Arbeitsgruppe, Hans-Caspar Graf Rantzau, der zugleich Vorsitzender des Schleswig-Holsteinischen Waldbesitzerverbandes ist, erklärte zum wirtschaftlichen Nutzen der Zertifizierung: „Nachvollziehbare Herkunftsnachweise werden durch die Holzverbraucher zunehmend nachgefragt. Das anerkannte PEFC-Siegel wird daher für die Holzvermarktung immer wichtiger.“ Der fast 400 ha große Wald von Graf Rantzau ist daher seit vielen Jahren PEFC-zertifiziert und unterliegt damit anspruchsvollen Bewirtschaftungsstandards, denen er sich aber gerne stellt: „Durch die Umsetzung der PEFC-Standards bei der Bewirtschaftung unseres Waldes beweisen wir, dass wir nachhaltig wirtschaften. Dies wertet den Rohstoff Holz enorm auf“, so Graf Rantzau weiter. Aus nachhaltiger, zertifizierter Waldwirtschaft stammend ist Holz ein ökologischer Bau- und Werkstoff, der seines Gleichen sucht, und Holznutzung echter Umweltschutz.
An der Waldbegehung statt nahmen auch Hans-Jürgen Sturies von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein und Niels Plusczyk, Auditor der Zertifizierungsstelle LGA Intercert, teil. Letzterer kannte sich im gräflichen Wald schon gut aus, hatte er ihn doch noch im Sommer auf Herz und Nieren geprüft. Das erfreuliche Ergebnis damals: Keine Verstöße gegen die PEFC-Standards konnten festgestellt werden.
Fotos zum Thema können über die Website von PEFC Deutschland e.V. (www.pefc.de) unter dem Menüpunkt > Service > Fotogalerie > „Sonstiges“ heruntergeladen werden.
KontaktPEFC Deutschland e.V. Philipp Bahnmüller Tel.: 0711 24861820 bahnmueller@pefc.de www.pefc.de
Nachhaltige Forstwirtschaft Die
Pflege und Nutzung der Wälder in einer Weise und in einem Ausmaß, das
ihre biologische Vielfalt, ihre Produktivität, ihre
Regenerationsfähigkeit und ihre Gesundheit erhalten bleibt. Ferner ihre
Fähigkeit, die relevanten ökologischen, ökonomischen und sozialen
Funktionen auf der örtlichen, nationalen und globalen Ebene zu
erfüllen, gewährleistet wird sowie anderen Ökosystemen keinen Schaden
anrichtet.
PEFC Mit
einer zertifizierten Waldfläche von mehr als 215 Mio. Hektar ist PEFC
das weltweit größte forstliche Siegel, das es sich zur Aufgabe gemacht
hat, flächenmäßig eine nachhaltige Waldbewirtschaftung zu etablieren
und damit die Sicherung von Waldökosystemen für nachfolgende
Generationen zu gewährleisten. Seit der Gründung von PEFC Deutschland
im Jahr 1999 wurden mit mehr als 7,3 Mio. Hektar rund zwei Drittel der
deutschen Waldfläche zertifiziert. Auch schließen sich immer mehr Holz
be- und verarbeitenden Unternehmen der PEFC-Waldschutzinitiative an.
Aktuell sind rund 1.100 Unternehmen nach PEFC-zertifiziert und bieten
entsprechend auch Produkte mit dem PEFC-Siegel an. |